| Zur freundlichen Beachtung: |
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Dies ist keine Reparaturanleitung, sondern ein Erlebnisbericht. Der Autor will niemanden zur Nachahmung anregen. Er übernimmt für Schäden jeglicher Art, die aus Nachahmung oder ähnlichem entstehen, keinerlei Verantwortung. Auch wenn im folgenden viele Arbeitsschritte ausführlich und detailiert beschrieben und bebildert sind, heißt das nicht zwangsläufig, daß alle Arbeitsschritte genannt sind und die Beschreibung vollständig ist. Vielen Dank für die Beachtung aller Sicherheitsvorschriften. |
Im ausgebauten Zustand reinigt man das Gehäuse von noch anhaftendem Dreck und Ölmodder. Als nächstes die Entlüfterschraube, die oben hinten im Gehäuse oder im Gehäusedeckel eingeschraubt ist, lösen.
Man legt das Diff in eine passenden Wanne, dreht die Ablaßschraube aus dem Gehäuse und die "Suppe" läuft heraus. Nach Lösen der Schrauben des hinteren Deckels läuft der Rest ab, so daß man den Eisenklotz aus der Wanne nehmen und auf die Werkbank legen kann.
Schaut man nun von hinten in das Differential, kann man schön die Verzahnung von Kegel- und Tellerad sowie die des Differentialkorbes sehen. Fallen einem am Boden des Gehäuses Späne oder kleine abgebrochene Metallstücke auf, so kann man den Patienten eigentlich gleich an die Pathologie überweisen, so ein Diff ist meist reif für die Schrottkiste, zumindest aber für den Instandsetzer.
Beim Blick in das Differential kann man die Sicherungsringe samt Öse erkennen, die die Wellenstümpfe rechts und links halten. Auch kann man hier sehr schön sehen, wo sich die Zahnräder (hier die Räder des Differentialkorbes) berühren und aufeinander abrollen, der Fachmann spricht vom Tragbild (nicht, daß ich zu diesem Tragbild hier irgendwelche fachlichen Beurteilungen abgeben könnte, die Zahnflanken sehen aber schon etwas mitgenommen aus...).
Mit einem passenden Haken (ich habe die Ausziehhaken für das Kombiinstrument verwendet) greift man in die Öse und zieht (mit Kraft und der dahintergehaltenen Hand, damit das Teil nicht abhaut, wenn es kommt) den Sicherungsring heraus.
Der Wellenstumpf (links unten) läßt sich nun nach außen entnehmen, in der Mitte liegt der Sicherungsring und rechts der Ausziehhaken.
Der Bereich um den Wellendichtring ist zu reinigen, damit kein Dreck in das Differential oder das Lager fallen kann.
Mit einem passenden Ausziehwerkzeug, alternativ einem breiten Schraubenzieher, drückt oder hebelt man den Dichtring aus dem Gehäuse. Hinterher sieht es so aus...
Den neuen Dichtring (hier liegt er lose auf dem Gehäuse) schlägt man mit dem passenden Einbauwerkzeug, alternativ dem gerade entnommenen alten Dichtring, lotrecht soweit ein, bis der Stahlkragen im Gehäuse aufsitzt.
Auf keinen Fall sollte man mit dem Hammer direkt auf den Rand des Dichtringes schlagen, das führt fast immer zu mehr oder minder großen Beschädigungen des Dichtringes. Wie auch bei geteilten Lagern eignet sich der ausgebaute Dichtring (oder bei geteilten Lagern die ausgebaute Lagerschale) prima zum Einschlagen des Neuteiles.
Der Gehäusedeckel und die Dichtfläche am Gehäuse werden gründlich gereinigt, mit einem Schaber oder stumpfen Spachtel abgezogen und anschließend einseitig dünn mit Gehäusedichtmasse eingestrichen. Deckel aufsetzen, Schrauben über Kreuz festziehen und fertig.
Nun die Mutter abschrauben, das geht am einfachsten mit einem Preßluftschrauber, ansonsten muß man die Differentialausgänge irgendwie blockieren.
Nun kann man den Wellenflansch mit der Verbindung zur hinderen Hardyscheibe entnehmen.
Den Bereich am Hals nochmals reinigen und den Dichtring mit einem Schraubenzieher heraushebeln, Einbau des Neuteiles wie oben beschrieben mit Hilfe des alten Dichtringes.
Den Wellenflansch reinigen, einölen und einsetzen.
Die neue Mutter wird wieder aufgeschraubt, bis die vorhin gemessene Tiefe erreicht ist, Mutter verstemmen und fertig.
Nun wird das Differential mit der vorgeschriebenen Menge (je nach Diff zwischen 0,7l und 1,3l) Öl befüllt und kann wieder verbaut werden.
Nachdem wir auf diese Weise sowohl das Differential von Thomas 190er als auch ein neues gebrauchtes für meinen Tee abgedichtet haben, und beide Diffs über mehrere 10tkm dicht und geräuscharm blieben, kann ich behaupten, daß es so funktioniert.
Man sollte sich für diese Arbeiten neben den Dichtringen und dem Entlüfter auch die Schraube für den Gelenkwellenflansch sowie neue Schrauben für die Antriebswellen bei Mercedes oder im guten Zubehörhandel kaufen, damit geht die Arbeit leichter von der Hand. Die Schrauben der Hardyscheibe sollten auch gewechselt werden, ich habe sie bisher wieder verwendet.| Startseite dieses Projektes |