Die Hardyscheibe im Antriebsstrang

Zwischen Getriebe und Gelenkwelle sowie zwischen Gelenkwelle und Differential sitzt jeweils eine Gelenkscheibe aus Gummi mit einvulkanisierten Stahlbuchsen. Diese Gelenkscheibe, die nach ihrem Erfinder auch Hardyscheibe genannt wird, gleicht kleine Winkeldifferenzen zwischen den zu verbindenden Wellen aus und dämpft gleichzeitig Stöße und Rucke beim Kraftfluß.

Eine weitere (kleinere) Hardyscheibe findet sich übrigens zwischen Lenkwelle und Lenkgetriebe, das ist hier aber nicht das Thema.

Besonders die vorderen Hardyscheiben schlagen gerne aus und dies ist dann ein gravierender Mangel bei der nächsten Hauptprüfung gem. 29 StVZO, man bekommt also "keinen TÜV" mit so einem Defekt.

Eine völlig verschlissene Hardyscheibe kann man übrigens hören. Rollt man bei ca. 80km/h ohne Last an einer die Geräusche reflektierenden Wand vorbei, kann man ein helles metallisches Klickern hören, das bei Last sofort wieder verschwindet. Hier klappern die losgerissenen Buchsen im ausgeschlagenen Gummi. Die ehemals einteilige Hardyscheibe überträgt die Kräfte nur noch so lange, bis das äußere Gummi komplett zerrissen wird, dann ist es vorbei.

Eine sehr präzise Schilderung des Geräusches brachte Clemens [BI] am 25. Juli 2003 in seinem Beitrag, wo ich das Geklapper, das mein Tee damals von sich gab, gleich wiedererkannte. Wie Clemens dann feststellte, war es bei seinem Wagen die völig ausgeschlagene Hardyscheibe, die diese Geräusche verursachte. Bilder von diesem Zustand brachte Clemens in seinem Beitrag vom 29. Juli 2003. Bei meinem Tee konnte es die Hardyscheibe nicht sein, die hatte ich ja erst vor einem Jahr erneuert - sie war es letztlich aber doch.

Die vordere Hardyscheibe ist übrigens recht teuer, sie kostet bei Mercedes irgendwas bei und über 100 Euro, je nach Fahrzeugtyp. Wie Clemens schrieb, liegt das wohl daran, daß das Rohlatex, aus dem das Gummi der Scheibe gewonnen wird, von 6-9 jährigen Kindern unter Einsatz Ihres Lebens aus einer ganz besonderen Region des Amazonas von dem extrem seltenen HARDYGUMMIBAUM geerntet wird, um dann in einem seit Jahrhunderten geschütztem Verfahren von südbrasilianischen Eingeborenen (vom Stamme der ZUGUNDSCHUBWEICHEN) unter Einsatz Ihrer Kaumuskulatur gewalkt wird, um den unvergleichlich seidenweichen Lauf des 300TE4matic Antriebsstranges zu erreichen.

Im Zubehörhandel kann man die Hardyscheibe auch deutlich billiger bekommen, über unterschiedliche Qualitäten bei verschiedenen Herstellern ist mir nichts bekannt, jedoch schrieb Eberhard Weilke in seinem Beitrag vom 02.10.2004, dass die Qualität der Teile, egal ob Original, Markenhersteller oder Nachbau, langsam vor die Hunde geht.

Die folgende Schilderung zum Auswechseln der Hardyscheibe bei seinem 250D schickte mir Rüdiger aus Nürnberg:

Zum Abschluß gibt es noch ein paar Fotos von Clemens, die dieser bei den Reparaturarbeiten gemacht hat und in seinem Beitrag vom 30. Juli 2003 veröffentlichte.

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