Der Regler und die Kohlebürsten der Lichtmaschine

Obwohl es in keiner Wartungsvorschrift von Mercedes geschrieben steht, sollte man den Regler der Lichtmaschine turnusmäßig bei der 160tkm-Inspektion, spätestens bei der 180tkm-Inspektion austauschen. Im Zubehör kostet der Regler für Bosch-Lichtmaschinen ca. 25€, bei Mercedes selbst können es auch schon 50€ werden.

Das Problem ist nicht wirklich der Regler, im Gegensatz zu den elektromechanischen Reglern, die es früher gab und bei denen gerne einmal eine Feder oder ein Anschlußdraht gebrochen ist, sind die elektronischen Regler ein problemloses Bauteil. Das Problem sind die Kohlebürsten der Lichtmaschine, die in den Regler integriert sind. Diese nutzen sich ab, da sie ständig über den Kollektor streichen und sind irgendwann so kurz, daß sie das elektrische Netz im Fahrzeug nicht mehr mit ausreichend Energie versorgen können.

Die Spannung im Bordnetz sinkt dann immer weiter ab, die Batterie entläd sich, statt geladen zu werden und irgendwann ist nicht mehr genügend Saft für die Kraftstoffpumpe und die elektronische Steuerung vorhanden, so daß der Motor einfach ausgeht. Unter 10V Bordspannung geht die ABS-Leuchte an, man sollte sich dann schleunigst einen sicheren Parkplatz suchen, damit man nicht mitten auf der Straße stehen bleiben muß. Die "alten" (hier durchaus als Kompliment gemeint) Dieselmotoren gehen nicht einfach aus, da sie nicht auf Elektrik angewiesen sind, springen aber später bei völlig leerer Batterie nicht wieder an.

Gemeinerweise wird dieser Defekt nicht durch die Ladekontrolleuchte angezeigt, da diese nur bei Spannungsdifferenzen zwischen Lichtmaschine und Batterie brennt. Da jedoch Lichtmaschinen- und Batteriespannung gleichzeitig in die Knie gehen, gibt es keine Spannungsdifferenz und die Leuchte bleibt dunkel.

Bei Regen erkennt man die absinkende Spannung zuerst am langsamer werdenden Scheibenwischer. Hat man ein nachgerüstetes Voltmeter, so wird einem dann eine Spannung von unter 12V angezeigt, wobei es bei laufendem Motor gut 13,5V sein sollten. Meine Geschichte hierzu vom Januar 2000 findet sich in diesem Beitrag vom 14.06.2001, wenn auch in anderem Zusammenhang.

Im Forum findet sich in diesem Beitrag vom 30.05.2002 die Geschichte von Roger, mit der er sogar in's Radio gekommen ist, wenn auch unfreiwillig und nur in den Staumeldungen :-) Er bestätigt dann in diesem Beitrag den o.g. Ablauf bis zum Fahrzeugstillstand.

Karl Heinz wies in diesem Beitrag am 31.05.2002 darauf hin, daß die Lichtmaschinen von VALEO einen Regler haben, der mit drei Schrauben befestigt ist und in der Anschaffung wesentlich teurer, als der Verwandte von Bosch. Offenbar ist es sinnvoll, gleich die VALEO-Lichtmaschinen auszutauschen, wenn die Kohlen verbraucht sind, wie Achim in demselben thread bemerkte.

Man kann bei Bosch auch die Kohlen für die Lichtmaschine kaufen und diese neu einlöten. Ob die Kostenersparnis den Aufwand rechtfertigt, muß jeder für sich selbst entscheiden. Erfreulich ist jedoch, man hier noch die Teile erneuern kann, die wirklich betroffen sind.

Nutzt man die Kohlen zu lange oder hat einfach Pech, ist der Kollektor beschädigt und raspelt die neuen Kohlen flugs wieder ab. Man sollte dann die Lichtmaschine überholen lassen oder sich eine überholte Lichtmaschine im Austausch einbauen - ein Neuteil ist um einiges teurer. Bei der Überholung werden alle Komponenten der Lichtmaschine überprüft und bei Bedarf erneuert, so daß das Teil die gleiche Lebenserwartung wie das der Erstausstattung haben müßte.

Ist man mit völlig entladener Batterie liegengeblieben, so muß man damit rechnen, daß die Batterie darunter arg gelitten hat und unter Umständen im nächsten Winter den Dienst einstellt. Je nach Alter der Batterie und nach Herstellungsqualität vertragen sie die Tiefentladung - oder eben nicht mehr. Orgelt der Anlasser also bei den ersten Nachtfrösten nur noch gerade so und ist die Batterie drei oder mehr Jahre alt, so ist wohl eine neue fällig.
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